Eröffnung
Freitag, 8. Mai 2026
19 Uhr
Begrüßung
Sigrid Redhardt
Zeitraum
08.05. – 25.05.2026
Finissage
25.05.2026
Öffnungszeiten
Fr./Sa. 15 – 18 Uhr
So. 14 – 18 Uhr
Ort
SITTart Raum für Kunst
Sittarder Straße 5
40477 Düsseldorf
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Einladungskarte
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Pressemitteilung
Dejan Saric & Lothar Olschewski / Objekte
SITTart Raum für Kunst 08.05.2026 - 25.05.2026
Was ist ein Objekt? Ein Ding unter Dingen? Ein Stück Materie im Raum? Oder womöglich ein Gegenüber, das uns ansieht, bevor wir es ansehen? Die Ausstellung versammelt Arbeiten zu einer Begegnung, in der das Objekt seinen stillen Gehorsam aufkündigt. Hier wird nichts einfach ausgestellt. Hier tritt etwas auf. Form wird zum Ereignis, Fläche zum Widerstand, Material zum Gedächtnis, Bewegung zur Denkfigur.
Bei Dejan Sarić scheint die Form zunächst von einer großen Klarheit beherrscht: gesetzt, reduziert, entschieden. Doch diese Ordnung ist keine Beruhigung, sondern eine Versuchsanordnung. Farbe, Linie, Volumen, Licht und Bewegung geraten in ein präzises Spannungsverhältnis. Seine Arbeiten vermessen den Raum nicht, sie aktivieren ihn. Der Raum ist nicht länger Behälter der Kunst, sondern ihr Mitspieler. Was fest erscheint, gerät in Schwingung; was eindeutig scheint, beginnt zu kippen. Der Blick wird nicht geführt, sondern in Arbeit gesetzt.
Lothar Olschewski geht vom Material aus — oder genauer: von dem, was Material alles werden kann, wenn man es nicht nur behandelt, sondern befragt. Seine Wandobjekte wirken wie Ablagerungen von Zeit, wie gehärtete Prozesse, wie Oberflächen, in denen Eingriff und Wachstum, Verletzung und Formfindung ununterscheidbar geworden sind. Pigmente, Ritzungen, Faltungen, Schichtungen: Das ist nicht bloß Technik, sondern ein Vokabular der Verwandlung.
Gerade in der Differenz der beiden Positionen entsteht ihre produktive Nähe. Sarić führt vor, dass Form nie nur Form ist, sondern eine organisierte Irritation der Wahrnehmung. Olschewski zeigt, dass Material nie nur Stoff ist, sondern gespeicherte Entscheidung, sedimentierte Geste, aufgerissene Möglichkeit. Die Objekte illustrieren nichts. Sie erklären nichts. Sie bestehen. Und gerade darin eröffnen sie eine andere Erfahrung: dass Kunst dort beginnt, wo Materie aufhört, bloß Material zu sein.…


